Ein Feld, drei Ernten: Eine Saison in unserem Agroforstprogramm in Sambia

Ein Feld trägt normalerweise eine Ernte. In den Feldern, die unser Partner Inshindo in Sambia begleitet, trägt dasselbe Stück Land inzwischen drei zugleich, Nahrung, fruchtbaren Boden und eine wachsende Gemeinschaft.
Wie aus einem Feld drei Ernten werden
Inshindo führt in Sambia das Environmental Health Programme, eines der Umweltprojekte, die wir als Planting Hope unterstützen. Im Zentrum steht keine einzelne Baumpflanzaktion, sondern ein System. Bäume werden nicht neben die Landwirtschaft gestellt, sie werden Teil von ihr.
Für die Familien, die daran teilnehmen, bedeutet das nicht drei getrennte Projekte. Es bedeutet ein Feld, das mehr leistet als zuvor, Saison für Saison.
Die erste Ernte: Nahrung
2024 wurden in dem Programm 1.367 Obstbäume gepflanzt, darunter Orangen, Mandarinen, Guaven, Zitronen und Papayas. Sie stehen auf Schulgeländen, bei Kirchen, in Dörfern und auf Familienfarmen.
Insgesamt entstanden so 17 neue Obstgärten, damit sind es 20 insgesamt. Jeder einzelne davon ist eine Nahrungsquelle, die nicht von einer einzigen Ernte abhängt, sondern über Jahre trägt.

Woher die Bäume kommen
Nicht jeder Baum im Programm wird zugekauft. Dabei stammten 2.447 Setzlinge aus eigener Aufzucht, das entspricht rund 71 Prozent der geplanten Aufzuchtkapazität für dieses Jahr.
Das klingt nach einer technischen Zahl, ist aber der Unterschied zwischen einem Projekt, das von Lieferungen abhängt, und einem, das zunehmend selbst für Nachschub sorgt.

Die zweite Ernte: fruchtbarer Boden
Neben den Obstbäumen setzt das Programm auf Msangu, einen stickstoffbindenden Baum, der den Boden auf natürliche Weise düngt. 713 dieser Bäume wurden direkt in die Anbauflächen von 63 Landwirtinnen und Landwirten integriert.
Ein Msangu Baum verbessert nicht nur den Boden, unter dem er wächst. Er verbessert auch das, was die Familie im nächsten Jahr auf demselben Feld anbaut, ohne dass dafür zusätzlicher Kunstdünger nötig wäre.
Die dritte Ernte: eine wachsende Gemeinschaft
287 Familien pflanzten insgesamt 2.734 Bäume direkt bei sich zuhause. Die Zahl der aktiven Teilnehmenden stieg im selben Zeitraum von 126 auf 287, mehr als eine Verdopplung innerhalb eines Jahres.
Nicht jede Saison verlief reibungslos. Eine Dürre in den Jahren 2023 und 2024 ließ rund 40 Prozent der zuvor gepflanzten Bäume nicht überleben, zusätzlich setzten Raupen, Termiten und Buschfeuer den jungen Obstgärten zu.
Auf Diebstahl von Setzlingen in einzelnen Gemeinden reagierte das Programm nicht mit Bestrafung, sondern mit einem Angebot, selbst Teil des Projekts zu werden. Diese Haltung, Menschen einzubeziehen statt auszuschließen, prägt das Programm ebenso wie die Bäume selbst.
In manchen Gebieten bringt der Alltag zusätzliche Hürden mit sich. In städtischen Gegenden wie Kabwe ist Land knapp, in entlegeneren Regionen wie Kanongesha oder Muswishi erschwert eine schwache Verkehrsanbindung den regelmäßigen Austausch mit den Familien vor Ort.
Seit 2024 unterstützt zudem eine digitale Plattform namens Nyitondu die Nachverfolgung der gepflanzten Bäume. Getragen wird das Programm von einem Netzwerk aus der sambischen Forstbehörde, kommerziellen Baumschulen wie Amadeus Farm und Chiwala Farm, traditionellen Dorfautoritäten, Schulen und Kirchengemeinden.
Alles in allem
Drei Ernten von einem Feld sind kein Zufall, sie sind das Ergebnis eines Systems, das Landwirtschaft, Umweltschutz und Gemeinschaft zusammendenkt statt getrennt zu betrachten. Genau das ist der Kern von Agroforstwirtschaft, wie wir sie bei Planting Hope verstehen.
Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus dem TwoWings Aktivitätsbericht 2024.
Mehr über die Grundprinzipien der Agroforstwirtschaft lesen Sie hier.
Wenn Sie unsere Arbeit mit Inshindo in Sambia unterstützen möchten, erfahren Sie unter plantinghope.at, wie Ihre Spende konkret weiterhilft.
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