Was passiert, nachdem das Foto gemacht wurde

Ein Foto zeigt einen Moment. Menschen mit Schaufeln. Ein junger Baum in frischer Erde. Ein Lächeln in die Kamera. Dann ist das Foto fertig, und für die meisten, die es sehen, hört die Geschichte genau dort auf.
Bei Planting Hope beginnt die eigentliche Geschichte erst danach.
Was ein Foto nicht zeigt
Ein gepflanzter Baum ist kein abgeschlossenes Projekt. Er ist der Anfang eines mehrjährigen Prozesses. Er braucht Wasser, Pflege, Schutz vor Schädlingen und Menschen, die ihn über Jahre im Blick behalten. Wer nur das Pflanzfoto sieht, sieht nicht die Arbeit, die danach kommt, und genau diese Arbeit entscheidet, ob aus einem Setzling ein Baum wird.
Was nach der Pflanzung wirklich passiert
In Sambia begleitet unser Partner, die Inshindo Foundation, gepflanzte Bäume im Rahmen ihres Umweltgesundheitsprogramms über Jahre hinweg. Seit Kurzem geschieht das auch digital: Mit der neu eingeführten Plattform Nyitondu lässt sich der Zustand einzelner Bäume nachverfolgen, statt sich allein auf gelegentliche Vor-Ort-Besuche zu verlassen.

Die Zahl der Menschen, die sich aktiv an dieser Nachsorge beteiligen, wächst. 2024, unserem aktuellsten verifizierten Berichtsjahr, waren 287 Teilnehmende aktiv eingebunden, gegenüber 126 im Jahr zuvor. Diese Menschen sind es, die ein Foto nicht zeigt, aber ohne sie gäbe es keine Bäume, die überleben.
Ehrlich über Rückschläge
Eine Baumpflanzung, die nur Erfolge zeigt, wäre nicht ehrlich. Im Dürrejahr 2023/24 gingen etwa vier von zehn zuvor gepflanzten Bäumen verloren. Raupen, Termiten und Buschfeuer beschädigten zusätzlich mehrere Obstgärten. In einigen Gemeinden kam es sogar zu Diebstahl von Setzlingen.
Wie damit umgegangen wird, sagt mehr über ein Projekt aus als jeder Erfolg. Statt auf den Diebstahl mit Strafen zu reagieren, wurden die Betroffenen eingeladen, sich dem Projekt anzuschließen. Aus einem Problem wurde eine neue Teilnahme.
Was daraus wächst
Trotz der Dürre wurde 2024 mehr erreicht als geplant. 4.797 Bäume wurden gepflanzt, 18 Prozent über dem ursprünglichen Ziel von 4.080. 17 neue Obstgärten entstanden, an Schulen, Kirchen und auf Familienfarmen, insgesamt 20 kumuliert. Das gelingt nur im Zusammenspiel mit lokalen Partnern: der Forstbehörde, kommerziellen Baumschulen und den traditionellen Dorfautoritäten vor Ort.

Diese Zahlen sind kein Ersatz für das Foto vom Pflanztag. Sie sind das, was danach passiert ist, mit allem, was dazugehört.
Warum das wichtig ist
Ein Spendenfoto weckt Vertrauen im Moment. Aber Vertrauen, das über Jahre trägt, entsteht dadurch, dass man auch zeigt, was nicht sofort gelingt, und was daraus gelernt wird. Genau darum geht es an Tagen wie dem Weltnaturschutztag: nicht nur den Anfang zu feiern, sondern den ganzen Weg zu sehen.
Mehr über die Zusammenhänge zwischen Agroforstwirtschaft, lokalem Wissen und langfristiger Wirkung lesen Sie in unserem Beitrag Agroforstwirtschaft: Landwirtschaft neu gedacht, für Landwirte und den Planeten.
Wie Bildung und Umweltarbeit in Sambia zusammenwirken, zeigt außerdem der TwoWings Beitrag Sambia stärken durch Bildung und Handeln.
Ein Baum, der wächst, braucht mehr als einen Anfang. Er braucht Menschen, die bleiben. Wenn Sie Teil dieser fortlaufenden Arbeit sein möchten, nicht nur eines einzelnen Fotos, unterstützen Sie Planting Hope auch über den Pflanztag hinaus.
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